“Der Schädelspalter” – eine besondere Auswahl deutscher Zeitschriftentitel

Leave a comment
Allgemein / German / Deutsch

Ich fürchte, vielen Menschen ist nicht bewusst, welche überraschenden Produkte der Print-Journalismus noch immer hervorbringt. Dem kann nicht schnell genug Abhilfe verschafft werden: Es folgen sechs einfallsreiche Zeitschriftentitel, die aufgrund ihrer Spezifität oder begrenzten Verbreitung noch nicht zu dem Ruhm gekommen sind, der ihnen zusteht.

Der Schädelspalter

“Was soll ich in New York – ich war schon zweimal in Hannover.” Arno Schmidt fand einst wärmende Wort für diese verkannte deutsche Mittelgroßstadt. Dass dort auch Schädel gespalten werden, hat er allerdings verschwiegen. Der martialische Titel gehört zu einem bunten Veranstaltungsmagazin. http://www.schaedelspalter.de/

Laber-Zeitung

Die “Allgemeine Laber-Zeitung” kann leider wenig für ihren Namen. Ein Schenkelklopfer ist dieser trotzdem, benannt wurde das Blatt nach der “Großen Laber”, einem Nebenfluss der Donau. http://www.idowa.de/zeitung/allgemeine-laber-zeitung

Pillerseebote

«“Pillern” ist ein österreichischer Mundartausdruck, der ein Phänomen beschreibt, das meist im Frühjahr oder bei Unwettern auftritt, wo ein See anfängt eigentümlich zu brausen oder eben zu “pillern”.» ( Wikipedia) Hieraus entstand der Name eines Gebirgsees in den nördlichen Kalkalpen und daran angelehnt der poetische Name des örtlichen Anzeigenblatts. http://www.ersi.at/zeitungen/pibo

Gute Pillen Schlechte Pillen

Nein, das ist kein Magazin, das in der örtlichen Drogenberatung ausliegt. Phonetisch ein naher Verwandter des “Pillerseeboten” richtet sich diese modern verpackte Special-Interest-Zeitschrift an pharmazeutisch Interessierte. Ob bei der Gründung eine bekannte deutsche Vorabendserie Pate stand, ist leider nicht bekannt. http://www.gutepillen-schlechtepillen.de/

Gour-med

Überraschend groß ist der Markt für Zeitschriften, die eigentlich jeden interessieren könnten, aber sich trotzdem nur an eine Elite-Zielgruppe richten. Dabei heraus kommen kann dann schon mal die Wortschöpfung “Gour-med” – der Name einer Zeitschrift für die kulinarischen Begierden von Ärzt_innen. http://www.gour-med.de/

Der Bauschaden

Technische Fachzeitschriften brillieren häufig durch so prägnante, wie unumständliche Titel wie “Der Plastverarbeiter” oder “Der fortschrittliche Landwirt”. Hier zählen schließlich noch die Inhalte und nicht die Verpackung! Herausragend präzise benannt ist meiner Meinung nach die “Fachzeitschrift zur Beurteilung, Sanierung und Vermeidung von Bauschäden” – der Name ist Programm. Hier werden Probleme noch angepackt. http://www.derbauschaden.de/

Die Rosette

Ein Regensburger Pfarrbrief heißt “Die Rosette”. Keine Pointe. http://www.wolfgangskirche-regensburg.de/

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *